Sich als Handwerker selbstständig machen

Wenn Sie sich mit Ihrem eigenen Handwerksbetrieb selbstständig machen wollen, dann gibt es einige wichtige Punkte auf die Sie unbedingt achten sollten. In diesem Artikel möchten wir Ihnen die wichtigsten Punkte vor und während der Gründungszeit aufzeigen, dabei ist es unabhängig, ob Sie neu gründen oder einen bereits bestehenden Betrieb übernehmen.

1.) Besteht eine Meisterpflicht?

Als erstes müssen Sie sich informieren, ob für die Betriebsaufnahme ein Meisterabschluss vorausgesetzt wird. Am besten informieren Sie sich also vorab bei Ihrer zuständigen Handwerkskammer. Als Beispiel bedürfen Berufe wie Maurer, Tischler, Dachdecker, Maler und Lackierer einen Meisterabschluss. Berufe wie Fliesenleger, Estrichleger oder Parkettleger benötigen keinen Meisterabschluss.

Auch wenn Sie selbst keinen Meisterabschluss haben, können Sie dennoch einen Handwerksbetrieb gründen, indem Sie einen Meister als technischen Betriebsleiter einstellen.

2.) Die zuständige Handwerkskammer

Welche Handwerkskammer für Ihren Betrieb zuständig ist, kommt auf den Betriebsstandort an. Wenn Sie also einen Handwerksbetrieb gründen, der zulassungspflichtig ist, müssen Sie in die entsprechende Handwerkskammer eintreten, wo Ihr Handwerksbetrieb schriftlich festgehalten wird. Nicht zulassungspflichtige Handwerksbetriebe werden im Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke eingetragen.

Sie können die Handwerkskammer als allgemeine Informationsstelle nutzen oder sich bei betriebswirtschaftlichen Fragen kompetent beraten lassen.

3.) Welche Finanzierungsoptionen stehen zur Verfügung?

Kalkulieren Sie als erstes wieviel Kapital Sie tatsächlich benötigen. Gehen Sie alle Punkte gründlich durch und planen Sie auch ein Worst-Case-Szenario in Ihrer Kalkulation mit ein. Denn wenn sich Kundenzahlungen verzögern, geraten vor allem kleine Unternehmen schnell in Bedrängnis.
Sollte Ihr Eigenkapital für die Gründung nicht ausreichen, gibt es neben Krediten oder Investoren auch verschiedene Förderungsprogramme, die Sie bei Ihrer Gründung unterstützen. Informieren Sie sich über die zahlreichen Finanzierungsmöglichkeiten und stellen Sie einen Finanzplan auf, damit auch Sie einen erfolgreichen Betrieb führen können.

4.) Private und betriebliche Absicherung

Zunächst müssen Sie sich als selbstständiger bei Ihrer Krankenversicherung melden und Ihre Selbstständigkeit anzeigen. Sie haben die Möglichkeit entweder als freiwilliges Mitglied in die gesetzliche Krankenkasse einzutreten oder eine private Krankenversicherung abzuschließen. Informieren Sie sich über die über die Konditionen und Leistungen bei Ihrer Krankenkasse.

Des Weiteren muss neben der privaten auch über eine betriebliche Vorsorge nachgedacht werden. Im stressigen Arbeitsalltag ist ein Fehler schnell passiert und kann zu hohen Kosten führen, als junger Unternehmer sind Sie dabei besonders anfällig. Um sich vor diesen Kosten zu schützen, bieten Versicherungen verschiedene Pakete an, die genau diese Kosten decken. Neben der allgemeingültigen Betriebshaftpflichtversicherung gibt es unter anderem auch noch eine Inhaltsversicherung oder Gewerbeschutzversicherung.

Vor allem die Betriebshaftpflichtversicherung sollten Sie abschließen, denn diese trägt die Kosten für Personen- und Sachschäden, die von Ihnen oder Ihren Mitarbeitern bei Dritten verursacht wurden.

5.) Das Gewerbe anmelden

Damit Sie loslegen können müssen Sie Ihren Handwerksbetrieb beim zuständigen Gewerbeamt anmelden. Wenden Sie sich hierzu einfach an die Stadt oder Gemeinde von Ihrem Betriebsstandort und beantragen Sie dort einen Gewerbeschein.

2016-04-04T13:27:12+00:00 4. April, 2016|Allgemein, Betrieb|